Kulturstammtisch am 6. Februar mit Herzchirurg Bruno Reichart

Mit einem Weltstar der Medizin, dem legendären Herzchirurgen Bruno Reichart, geht Ruth Eders traditioneller „Ottobrunner Kulturstammtisch“ ins neue Jahr: Am Mittwoch, den 6. Februar um 19.30 Uhr wird der Nachfolger von Christiaan Barnard am Herzzentrum in Kapstadt und jahrzehntelanger Ordinarius an der LMU München mit der Journalistin und Buchautorin über sein Leben, seine Erfolge und auch Niederlagen sprechen.

Herzchirurg in München und Kapstadt

Bruno Reichart wuchs in Ingolstadt auf. Nach dem Abitur studierte er in Erlangen und München Medizin. 1968 promovierte er und wurde für seine Doktorarbeit mit „magna cum laude“ ausgezeichnet. Seine Medizinalassistentenzeit absolvierte er an der LMU. 1971 wechselte er als Assistent zu Rudolf Zenker, dem damaligen Ordinarius für Chirurgie in München. Zwei Monate später entschied sich Reichart für die  Herzchirurgie und verließ dieses Fachgebiet nicht mehr. Nach Stationen in den USA wurde Reichart 1977 an der Herzchirurgie der LMU Oberarzt und 1980 folgte die Berufung zum Professor an der LMU.

Seine erste Herztransplantation führte Reichart bereits 1981 am Klinikum Großhadern durch. Bis 1984 verpflanzte der Medizin-Pionier dort 23 Spenderherzen. Als Erster in Deutschland implantierte Reichart am 1. Februar 1983 Herz und Lunge.

Nach seinen erfolgreichen Herz-Transplantationen folgte Reichart 1984 dem Ruf an die Universität von Kapstadt, die damals als liberale Bastion gegen das Apartheitsregime in Südafrika galt. Auf Vorschlag des dortigen Transplantations-Pioniers Christiaan Barnard übernahm Reichart 1984 die Leitung der Chirurgischen Abteilungen für Herz- und Lungenkrankheiten am Groote Schuur Hospital und am Red-Cross Children‘s Hospital und führte dort sein bahnbrechendes Herz-Lungen-Programm fort.

Im Januar 1990 kehrte Reichart als Ordinarius der Herzchirurgie am Universitätsklinikum München-Großhadern in seine Bayerische Heimat zurück. Dort baute er neben der Kinderherzchirurgie auch eine Herzchirurgie für Erwachsene im benachbarten Augustinum, einem Lehrkrankenhaus der LMU, auf. 1993 setzte er als erster Chirurg Europas  einem jungen Mann ein vollimplantiertes Teil-Kunstherz ein.

Erste Herz-Lungen-Leber-Verpflanzung

Ein weiterer weltweit beachteter, medizinischer Höhepunkt war 1997 die erste Herz-Lungen-Leber-Verpflanzung: Die Patientin lebte noch 20 Jahre. Wissenschaftlich setzt sich Reichart seit 1992 mit der Xenotransplantation auseinander – also mit der Verpflanzung von gentechnisch veränderten Schweine-Gewebe und -Organen in Primaten und war federführend  in  Gremien, die sich mit diesem Thema befassen.

Gemeinsames Buch „Herzensangelegenheiten“

Reichart hat zusammen mit seiner Frau Elke, einer renommierten Journalistin und Buchautorin, einen erwachsenen Sohn. Zusammen veröffentlichten sie kürzlich das Buch „Herzensangelegenheiten“, das im Talk mit Ruth Eder ausführlich behandelt werden und am Büchertisch im Wirtshaus Ayinger-Ottobrunn zu haben sein wird – inklusive Signierstunde des prominenten Gastes, der Ehrenbürger der Stadt München und Träger des Bundesverdienstkreuzes erster Klasse ist.

Der Kulturstammtisch erhebt keinen Eintritt. Veranstalter Bürgermeister Thomas Loderer wirbt auch diesmal für Spenden der vom Talkgast Reichart ausgesuchten sozialen Einrichtung: „Journalisten helfen Journalisten e.V.“